6,5 Stunden für 15,3 Kilometer
Wer die Strecke von Stalden auf die Moosalp kennt, rechnet anders. 15,3 Kilometer, rund 1’200 Höhenmeter. Wer zügig geht, ist in gut vier Stunden oben.

Das IED Team brauchte sechseinhalb.
Nicht wegen des Bergs. Wegen der Kurven.
Was in den Kurven steht
Bärgüf im Oberwallis steht unter dem Motto «Gemeinsam gegen Krebs». Es ist kein Rennen. Keine Zeitmessung, keine Rangliste. Dafür 16 Haarnadelkurven zwischen Stalden und der Moosalp, und in fast jeder steht jemand.
In Kurve 1 die Tambouren und Pfeifer aus Stalden. In Kurve 3 das Chörli Melody. In Kurve 5 eine Alphorngruppe. Weiter oben eine Brass Band, ein Drummer bei einer Postautohaltestelle, Fahnenschwinger. Dazwischen Stände mit etwas zu essen und zu trinken, betreut von den Sponsoren.
Man geht ein Stück, bleibt stehen, isst etwas, hört zu, geht weiter. Und irgendwann kommt die Kapelle Eischbiel, ausgewiesen als Ort der Stille.
Und man redet. Mit Kollegen, Bekannten und mit Wildfremden, die zufällig im selben Tempo unterwegs sind. Bärgüf nennt diesen Teil der Strecke selbst «Kurven und Begegnungen».
So kommen sechseinhalb Stunden zusammen.
Und ein Schild am Wegrand, an dem niemand vorbeigeht, ohne es zu lesen: «Aufgeben ist keine Option».

Wie die IED dazu kam
Bärgüf ist im Oberwallis kein kleiner Anlass. Rund 8’000 Zuschauerinnen und Zuschauer, 300 freiwillige Helferinnen und Helfer, 450 Laternen entlang der Strecke. Dieses Jahr fand er zum sechsten Mal statt, der Verein feiert sein zehnjähriges Bestehen.
Die IED war schon bei der Weihnachtsaktion 2025 als Themensponsor bei Bärgüf dabei. Es hätte dabei bleiben können. Stefan Salzmann, unserem Unternehmensleiter, war ein zweiter Teil wichtig: einmal selbst hingehen.
Die IED hat das Startgeld für alle Teilnehmenden übernommen, für jede Mitarbeiterin und jeden Mitarbeiter auf das persönliche Spendenkonto einbezahlt – und es gab ein T-Shirt und eine Cap dazu. Die Teilnehmenden haben dann in ihrem eigenen Umfeld weitergesammelt. Bei Familie, Freunden, Bekannten.
Oben
Auf der Moosalp gibt es keine Zielzeit und keinen Applaus für die Schnellsten. Es gibt zu essen, zu trinken und Leute, die den ganzen Tag miteinander unterwegs waren — Kolleginnen, Kollegen, Angehörige, ein paar ehemalige Mitarbeitende.
Und im Zelt des Spitalzentrums Oberwallis das Teddybärspital: Kinder schlüpfen zusammen mit den «Dr. Teds» in die Rolle von Ärztinnen und Ärzten, untersuchen und behandeln Teddybären und lernen dabei spielerisch medizinische Abläufe kennen. Es soll ihnen die Angst vor Arztbesuchen und dem Spital nehmen. An einem Anlass, bei dem es den ganzen Tag um Krebs geht, ist das die leichteste Ecke.
Auf dem letzten Stück hakt sich das Team unter und geht nebeneinander über die Linie. Alle gleichzeitig. So macht man das hier.

Autor: Andrea Heubel
Organisiert vom Verein Bärgüf, einem Projekt des Lions Club Simplon. Informationen: baerguef.ch
Bildmaterial: IED Gruppe AG